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Urheberrecht
Urheberrecht – Warum eine Raubkopie schadet
Der Vater von Jill ist sauer: „Die Raubkopierer machen mir das ganze Geschäft kaputt – bald bekomme ich als Software-Entwickler keine Aufträge mehr“. Jill fragt ihren Vater besorgt, warum er sich so ärgert.

In dieser Lerneinheit erfährst du:

Was das Urheberecht schützt
Hoch Runter

Geistige Werke
Werke der Literatur, Software, Bilder, Musik bezeichnet man als geistige Werke. Diese geistigen Werke sind in Werkexemplaren verkörpert. Dazu gehören z.B. Bücher, DVDs, CDs oder auch MP3-Dateien. Man kann diese einzelnen Werkexemplare auch als Vervielfältigungsstücke eines geistigen Werks bezeichnen.

Urheber
Die Schöpferinnen und Schöpfer von geistigen Werken wie Literatur, Software, Filme oder Musik nennt man Urheber. Urheber sind z.B. die Schriftstellerin, der Software-Entwickler, der Photograph oder die Komponistin. Der Vater von Jill ist Urheber der von ihm programmierten Software.

Schöpferinnen und Schöpfer
Schöpferinnen und Schöpfer

Urheberrechtsgesetz
Das Urheberrechtsgesetz ist ein spezielles Gesetz für die Urheber. Es verleiht den Urhebern ein geistiges Eigentumsrecht an ihren Werken. Nur mit der Einwilligung der Urheber dürfen ihre Werke kopiert, verkauft oder auch in das Internet gestellt werden. Eine Software oder eine Musik- darf also grundsätzlich nur dann kopiert werden, wenn der Urheber vorher zugestimmt hat. Man nennt diese Rechte auch Verwertungsrechte. Sie stehen ausschließlich dem Urheber als dem geistigen Eigentümer zu. Die von Jills Vater programmierte Software darf somit nur mit seiner Erlaubnis kopiert und/oder verkauft werden.

Der Urheberrechtsschutz entsteht automatisch mit der Schaffung des jeweiligen Werkes. Wenn der Vater von Jill eine Software fertig programmiert hat, bekommt er automatisch weltweiten Urheberrechtsschutz.

Wenn jemand ohne Erlaubnis von Jills Vater dessen Software kopiert und selbst verkauft, begeht er eine Urheberrechtsverletzung. Dann kann ihn Jills Vater verklagen und Schadensersatz verlangen. Außerdem machen sich die Raubkopierenden strafbar – bis zu fünf Jahre Gefängnis stehen auf eine Urheberrechtsverletzung.

Sinn des Urheberrechts
Das Urheberrecht will sicherstellen, dass der Urheber von der wirtschaftlichen Verwertung seines Werkes profitiert. Denn er hat das Werk mit viel Mühe und Einsatz geschaffen. So braucht der Vater von Jill oftmals mehrere Wochen, bis er eine Software fertig programmiert hat. Als Software-Entwickler leben er und seine Familie von den Einnahmen, die er aus dem Verkauf der Software erzielt. Darüber hinaus will das Urheberrecht die Menschen motivieren, kreativ zu sein und besondere Werke zu schaffen. Wenn das Kopieren und Verbreiten fremder Werke erlaubt wäre, hätte kaum noch jemand Interesse an der Schaffung neuer Werke.

Welche Kopien erlaubt sind
Hoch Runter

Bestimmte Arten von Kopien sind nach dem Urheberrechtsgesetz erlaubt.

Sicherungskopie bei Software
So darf von einem Computerprogramm eine Kopie als Sicherungskopie angefertigt werden. Damit soll die künftige Benutzung der Software sichergestellt werden, z.B. für eine Neuinstallation nach Ausfall eines PCs.

Privatkopie
Von anderen Werken wie Filmen, Musik oder Büchern dürfen Privatpersonen einige wenige Vervielfältigungsstücke auch ohne Einwilligung der Urheber anfertigen. Eine solche Kopie darf aber keinen Erwerbszwecken dienen. Ein Verkauf solcher Privatkopien ist daher nicht erlaubt. Zulässig ist zum Beispiel das Brennen einer Musik- zum Verschenken an einen Freund oder eine Freundin. Allerdings wird von der Politik gerade diskutiert, ob die Anfertigung von Privatkopien weiter beschränkt werden soll.

Sonstige Ausnahmen
Darüber hinaus sieht das Urheberrecht weitere Ausnahmen vor. So sind z.B. auch Kopien von Werken zum eigenen wissenschaftlichen Gebrauch oder zur Aufnahme in ein eigenes Archiv erlaubt. Ausnahmen gibt es auch für den Schulunterricht, die Gefangenenbetreuung sowie bei Zitaten. Auch dürfen Theaterstücke in Schulen ohne Einwilligung des Urhebers aufgeführt werden, soweit die Aufführung einem internen Publikum vorbehalten bleibt. Jill muss sich also keine Sorgen machen, dass die Aufführung des neuen Stückes ihrer Theatergruppe in der Schule untersagt wird.

Übrigens
Das Urheberrecht sieht allerdings Pauschalvergütungen für bestimmte an sich erlaubte Nutzungshandlungen vor. So wird beim Kauf von Vervielfältigungsgeräten wie Kopierern oder Leermedien wie Kassetten eine Abgabe erhoben. Die Wahrnehmung solcher Vergütungsansprüche der Urheber wird bei Sprachwerken von der VG Wort abgewickelt, die der Musikwerke von der VG Musikedition. GVL und GEMA sind für Übernahmen aus Tonträgern zuständig. Die Rechte der bildenden Kunstschaffenden vertritt die VG Bild-Kunst.

Warum Raubkopien so schädlich sind
Hoch Runter

Jill wundert sich, warum sich ihr Vater so ärgert. Denn gerade hat sie doch gehört, dass das Urheberrecht ihrem Vater Eigentumsrechte an seiner Software verleiht. Ihr Vater erklärt ihr das Problem: Wenn er seine Software verkauft hat, kann er nicht mehr kontrollieren, was die Käufer damit machen. Diese können die Software dann und die Kopie an Dritte verkaufen, ohne dass es Jills Vater merkt. Er wird für seinen Aufwand nicht mehr entlohnt. Wenn sich solche Fälle häufen, kann er als Software-Entwickler kein Geld mehr verdienen.

Und nicht nur Jills Vater ist betroffen:

Mit dem Siegeszug des PC als der perfekten Kopiermaschine und dem Internet als dem perfekten Verbreitungsmedium sind die Rechte der Urheber heutzutage besonders bedroht.

So waren im Jahr 2003 Raubkopien von Software im Wert von 1,7 Milliarden EUR im Einsatz. Das Bruttoinlandsprodukt würde um 18,8 Mrd. EUR im Lauf von vier Jahren steigen, wenn es gelänge, den Anteil von Raubkopien auf dem Softwaremarkt um 10% zu senken.

Auswirkungen von Softwarepiraterie
Auswirkungen von Softwarepiraterie

Übrigens gibt es das Problem der Raubkopien nicht nur bei der Software. Auch von den neuesten Musikhits und Spielfilmen werden im gigantischen Ausmaß unerlaubte Kopien angefertigt und vor allem über das Internet verbreitet. Die Filmstudios und die Plattenlabels haben hierdurch erhebliche wirtschaftliche Einbußen erlitten und mussten Mitarbeiter entlassen.

Zusammenfassung

Jetzt weiß Jill - Bücher, Spielfilme, Software und Musik unterliegen dem Schutz des Urheberrechts. Für das Herstellen von Kopien braucht man grundsätzlich die Zustimmung der Urheber. Auf diese Weise werden sie an der Verwertung ihrer geistigen Leistung finanziell beteiligt.

Jill hat gelernt, dass Raubkopien das geistige Eigentum der Urheber verletzen. Denn so werden sie um die wirtschaftlichen Früchte ihres Schaffens gebracht. Nur in sehr begrenztem Umfang sind Privatkopien zulässig.

Wer beim Raub erwischt wird, muss Schadensersatz zahlen und vielleicht sogar ins Gefängnis. Jill hat verstanden, dass durch Raubkopien der Markt für Software, Musik und Spielfilme stark geschädigt wird.

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