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Barrierefreies Web I
Barrierefreie Webseiten – eine Einführung
Jim baut an seiner ersten Hompage. Er ist schon ziemlich weit gekommen. Er möchte gern, dass möglichst viele Leute die Seiten im Internet sehen können, also auch Ältere – wie z.B. seine Großmutter– oder Menschen mit Handicaps. Worauf sollte er achten?

In dieser Lerneinheit erfährst du:

Was sind barrierefreie Webseiten
Hoch Runter

Die Idee, Webseiten barrierefrei einzurichten, ist nicht neu. Sie basiert auf dem Gedanken, allen potentiellen Nutzerinnen und Nutzern den Zugang zu ermöglichen. Mit den herkömmlichen Gestaltungsmethoden werden allerdings viele Besucher der Seiten ausgeschlossen.

Menschen mit Sinnes- oder Körperbehinderungen benutzen oft anders gebaute Tastaturen, Mäuse oder . Blinde Menschen benutzen besondere, textorientiert arbeitende Software, um sich bspw. die Inhalte von Webseiten vorlesen oder als Brailleschrift (Blindenschrift) ausgeben zu lassen. Viele Seiten sind aber zugunsten der optischen Erscheinung mit Methoden aufgebaut, die es den Benutzern sehr schwer machen, sie mit einem Textbrowser „durchzulesen“.
Es gilt somit, diese Barrieren zu beseitigen und den Zugang zu Webseiten für alle zu ermöglichen.

BITV
Die Internetseiten von öffentlichen Behörden müssen auch für Behinderte zugänglich sein. Um das in die Wege zu leiten, gibt es seit Mai 2002 das Bundesbehindertengleichstellungsgesetz und die Barrierefreie Informationstechnik-Verordnung (BITV). Hier ist durch § 11 in zwei Prioritäten beschrieben, welche Kriterien für barrierefreie Internetseiten beachtet werden sollten. Priorität 1 regelt die grundsätzliche Erleichterung des Zugangs zu Webseiten. Priorität 2 stellt Techniken dar, die den Zugang für bestimmte Nutzergruppen erleichtern.

Übrigens
Auf der folgenden Internetseite des Bundesministeriums für Gesundheit und Soziale Sicherung (BMGS) ist eine Übersicht der Gesetze und Verordnungen für behinderte Menschen zu finden:

Verordnung zur Schaffung barrierefreier Informationstechnik nach dem Behindertengleichstellungsgesetz

Die BITV gilt für die Webseiten von öffentlichen Verwaltungen. Für private Homepages oder Firmenpräsentationen stellt sie eine Empfehlung dar. Das Internet wird von behinderten Anwendern überdurchschnittlich viel genutzt. Webseiten, die wichtige Kriterien der Barrierefreiheit nicht beachten, haben einen kleineren Wirkungskreis.

Schon das Beachten von einigen einfachen Regeln kann in vielen Fällen Barrieren abbauen. Um solche einfachen Regeln geht es in den Kriterien der Stufe 1. Es ist sinnvoll, diese Kriterien bereits in die Vorüberlegungen von Webseiten mit einzubeziehen.

Vorüberlegungen zu barrierefreien Webseiten
Die Planung einer Webseite beginnt mit Überlegungen zu ihrer Struktur. Werden Frames oder Tabellen für den Aufbau verwendet? Entscheidet man sich für Frames, sollte man nicht vergessen sie jeweils sinnvoll zu benennen. Setzt man Tabellen ein, sollten sie zusammenfassende Überschriften haben. Bei der Gestaltung sollte man immer wieder überprüfen, ob der Aufbau der Webseite auch ohne , Grafiken, Farben usw. noch die nötigen Informationen vermittelt.

Ein praktisches Beispiel: In Browsern können nicht besonders viele Schriftarten dargestellt werden. Hat man eine besonders schrille Schrift gefunden, mit der man die Navigation gestalten möchte, so erstellt man von jedem Menüpunkt ein kleines Bild und fügt es in eine Tabelle ein. Der Textbrowser würde dann jedoch „Bild“ lesen für jeden Menüpunkt. Das wäre nicht sehr informativ für einen blinden Anwender.
Meistens geht man automatisch von den eigenen Fähigkeiten aus und meint, was man selbst versteht müsste auch für alle anderen klar sein. Für diesen Fall gibt es im Internet nützliche Webseiten, in denen man die eigene Webseite auf solche unbeabsichtigten Barrieren überprüfen lassen kann.

TIPP
Hier ein Beispiel für einen Online-Test von Webseiten auf Barrierefreiheit:

barrierefinder.de

Aber auch die an sich sollte einer gewissen Ordnung folgen: Ist die Navigation zusammenhängend vorhanden und ansteuerbar? Stehen die Inhalte in der richtigen Reihenfolge? Sind alle anderen Rubriken und Navigationen in der Nachfolge oder stehen alle Teile der Webseite in einem unübersichtlichen Chaos durcheinander? Es ist ganz nützlich, die Webseitenstruktur nach dem ersten Aufbau von Freunden überprüfen zulassen. Auch eine kann das unterstützen.

Worauf man beim Webdesign achten sollte
Hoch Runter

Bilder, Audio und Objekte
In[Anforderung 1 und 2 geht es darum, für jedes Nicht-Text-Element so zu gestalten, dass sie für alle Anwender einen Nutzen darstellen. Bei Bildern sollte man z.B. auf die Farbwahl und ausreichenden Kontrast achten, damit die Inhalte auch für Farbenblinde noch gut erkennbar sind (Anforderung 2)

Viele Bilder, graphisch dargestellter Text,
Icons und Symbole die auf den Webseiten verwendet werden, haben gleichzeitig eine funktionale Bedeutung. Ohne diese kann man auf vielen Webseiten gar nicht .

Alt-Attribute
Alt-Attribute

Dieses Problem löst man unkompliziert, indem man einsetzt. Das sind zusätzliche Textbeschreibungen, die nur sichtbar werden, wenn man mit der Maus über das betreffende Element fährt. Sie werden von immer vorgelesen, daher sollte man sich bei den Beschreibungen auch kurz fassen.

Natürlich kann man für verwendete Bilder und Illustrationen etwas ausführlicher werden. Es soll ja auch für alle interessant sein. Dazu kann man mit dem eine längere Beschreibung des Bildes anbieten. Allerdings ist die nur von modernen lesbar. Es besteht jedoch auch die Möglichkeit, im begleitenden Text auf eine längere Bildbeschreibung zu verweisen, die dann abgerufen werden kann.

Unterschied alt-Tag und longdesc-Beschreibung
Unterschied alt-Tag und longdesc-Beschreibung

Auch für verwendete Audio-Präsentationen sollte man Alternativen schaffen. In allen Multimedia-Formaten gibt es inzwischen die Möglichkeit, Untertitel einzubinden. Noch geeigneter wäre z.B. ein kleines mit dem Text in .

Sauberer Code
Die 3. Anforderung verweist darauf, dass die und in sauberen Codes nach den - Standards des geschrieben werden sollten. Das beinhaltet sowohl den formalen Aufbau der Seite, als auch die Trennung zwischen und Inhalt. Es gilt aber auch für die Verwendung der entsprechenden Markup -Elemente für die Organisation des Textes: Für Überschriften gibt es z.B. die Überschriften-Elemente von <h1> bis <h6> oder für die - Elemente <ol> und <ul>.

() sind dabei eine große Hilfe. Inzwischen unterstützen alle Browserhersteller die nötigen Standards 1 und 2 und 4. Über lassen sich alle grafischen Ideen umsetzen. Das hat außerdem den Vorteil, dass sich die Ladezeiten der Seiten verringern. Gleichzeitig sind die Seiten für verschiedene Ausgabeformen offen.

HTML und CSS kombiniert
HTML und CSS kombiniert

Orientierung
war früher weniger verbreitet, weil es nicht auf allen Browsern dargestellt wurde. Noch heute werden Tabellen zur Gestaltung von Webseiten eingesetzt. Für eine Sprachausgabe muss eine Tabelle erst werden: der Inhalt wird Zeile für Zeile vorgelesen. Einfache, ein– bis zweispaltige und nicht verschachtelte – Tabellen sind meistens kein Problem für die Barrierefreiheit. Sie werden von alternativen Ausgabemedien linearisiert dargestellt. Schwierig wird es allerdings, wenn Tabellen mehrfach in einander verschachtelt sind. Der Aufbau einer Seite ist dann nicht mehr verständlich. Daher wird in der Anforderung 5 auf den eigentlichen Zweck der Tabellen hingewiesen.

TIPP
Linearität von Tabellen testen:

Tablin: Table Linearizer (englisch)

Oder durch Textbrowser (wie Lynx)

So ist auch Anforderung 12 zu verstehen. Darin wird gefordert, den Nutzern die notwendigen Informationen zu Orientierung und zum Gesamtzusammenhang zu liefern. Das gilt auch für den Einsatz von Frames . Hier sollte darauf geachtet werden, die Frames möglichst selbsterklärend zu betiteln. Es muss deutlich werden, ob sie zur Navigation oder zum Inhalt gehören.

In Anforderung 13 wird ausdrücklich auf die Wichtigkeit einer verständlichen und übersichtlichen Navigation hingewiesen. im Text sollten auch ohne den jeweiligen Satz noch Auskunft geben, wohin sie führen. Denn viele Zugangshilfen fassen die einer Seite zusammen und zeigen sie getrennt. Sind also die nicht sinnvoll benannt, kann niemand etwas damit anfangen.

Günstig ist, dem Nutzer eine Gesamtübersicht über den Aufbau des Internetangebots (Sitemap) anzubieten.

Wie man seine Webseite für alle zugänglich macht
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DHTML
Viele Webseiten im Internet setzen D
HTML– Navigationen ein: Fährt man mit der Maus über das Menü, klappt sich ein Untermenü auf. Technisch wird das meist aus einem Mix von , und erreicht. Ist jedoch im des Anwenders deaktiviert, passiert nichts. Der Nutzer kann einen Großteil der Navigation nicht sehen.
Man kann nicht davon ausgehen, dass alle Benutzer den gleichen mit den gleichen Einstellungen verwenden. In Anforderung 6 wird klargestellt, dass Internetangebote auch dann noch verständlich und verwendbar sein sollen, wenn bestimmte Technologien ausgeschaltet oder nicht unterstützt werden.

Blinken und zappeln
Das Internet ist auch deshalb so beliebt, weil man dort witzige Animationen findet. Informationen werden durch Flashfilme oder animierte Gifs übermittelt. Besonders jugendliche Nutzergruppen werden damit erreicht. Dabei gibt einiges zu bedenken: Blinkende und flackernde Inhalte können in bestimmten bei Menschen mit einen Anfall auslösen. Daher heißt es in Anforderung 7 , dass solche bewegten und zeitgesteuerten Inhalte „durch den Nutzer kontrollierbar sein“ müssen.

Übrigens
Blinkende Inhalte lenken auch vom Lesen des Textes ab. Ihre Vermeidung nützt allen Anwendern.

Zugangsprobleme
Manche Objekte wie oder benötigen ein , um im verarbeitet zu werden. Solche Zusatzmodule werden nicht mit , sondern durch andere Programme erstellt. Anforderung 8 spricht den geräteunabhängigen und barrierefreien Zugang auch von solchen Inhalten an. Die programmierten Elemente sollten direkt zugänglich sein oder zu der Software der Zugangshilfen passen.

Wenn eine Webseite programmiert wird, geht man meist ohne darüber nachzudenken davon aus, dass die fertige Seite auf PCs betrachtet wird, die dem eigenen ähnlich sind. Das ist natürlich nicht so. Nicht jeder hat die gleichen und nicht jedes Ausgabegerät hat die gleichen Möglichkeiten. Um diese möglichen Zugangsprobleme geht es in der Anforderung 9 .

Mit den neuesten Technologien, wie in 4 oder X wäre man jedoch auf der sicheren Seite. Allerdings stellen noch immer nicht alle den gesamten Sprachumfang von 4 dar. Oft greifen auch die Zugangshilfen auf ältere Technologien zurück, denn ihre Anschaffung und Aktualisierung ist meist teuer. Deshalb wird in Anforderung 10 festgelegt, dass die Verwendung von älteren Technologien möglich sein sollte.

Manchmal ist trotz eifrigster Bemühungen das Erstellen einer barrierefreien Internetseite nicht machbar. Hier erlaubt Anforderung 11 eine Alternative bereit zu stellen. Diese sollte im Gebrauch gleichwertig sein und ebenso aktuelle Inhalte enthalten, „soweit es die technischen Möglichkeiten zulassen“. Trotzdem wird in der Anforderung darauf hingewiesen, dass die Alternativangebote ersetzt werden sollten, sobald sich die Technologien entsprechend weiter entwickeln. Alle verwendeten Technologien sollten öffentlich dokumentiert sein.

Übrigens
HTML und XHTML werden vom World Wide Web Consortium dokumentiert und empfohlen. Inzwischen wurde das Flash–Format vom Hersteller Macromedia offen gelegt und dokumentiert. Aber auch Javasript ist als ECMA–262 komplett dokumentiert und normiert.

Obwohl die meisten Texte im Internet sich an ein breites Publikum wenden, sind sie nicht selten schwierig und umständlich geschrieben. Oft häufen sich Fremd- oder Fachworte. Wenn es sich um einen Fachtext für eine spezielle Zielgruppe handelt, ist das auch einzusehen und angemessen. Aber wenn es sich z.B. um die Webseiten einer Behörde handelt, dann sollten die Texte einfach formuliert sein, damit der Leser nicht erst lange überlegen muss, was gemeint ist. Eben „die einfachste und klarste Sprache“, heißt es schlicht in der Anforderung 14.

TIPP
Kleines Einmaleins für Autoren
  • Worte aus der Alltagssprache
  • einfache, positive und unkomplizierte Sprache

  • persönliche Ansprache

  • praktische Beispiele und/oder Bilder

  • viele Hauptsätze/kurze Sätze

  • wenig Fremdwörter und Abkürzungen

  • keine abstrakten Begriffe

  • gleiche Begriffe für eine Sache

Sprache
Auch innerhalb der Texte ist auf Klarheit zu achten. In der 4. Anforderung geht es um Besonderheiten der Sprache. Ein Sprachwechsel, Abkürzungen oder Fremdwörter sollten entsprechend ausgezeichnet werden. Nur so ist es möglich, dass z.B. Begriffe wie „“ nach den Ausspracheregeln ihrer ursprünglichen Sprache vorgelesen werden.

Sprachwechsel
Sprachwechsel

Zusammenfassung

Seit zwei Jahren gibt es die Barrierefreie Informationstechnik-Verordnung „BITV“. Hier ist in zwei Prioritätsstufen festgelegt, auf welche Anforderungen man beim Erstellen einer barrierefreien Webseite achten sollte. Jim hat sich alles genau durch gelesen und überprüft nun seine bisherige Homepage. Hat er für alle Bilder und Grafiken einen Alternativtext angegeben? Ist seine Homepage gut strukturiert, so dass man sich auch ohne Bilder darin zurecht findet? Für das animierte Gif wird er sich noch eine Alternative ausdenken.

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